Kindertricks – Wie ich Papi um den Finger wickele!

Wer erinnert sich nicht gerne an seine Kindheit. Man machte sich keine Sorgen, nach der Schule traf man sich mit seinen Freunden zum Spielen (natürlich draußen, bei Wind und Wetter) und ja, ab und zu durfte man auch mal TV gucken. Bei mir war das eigentlich immer ein Samstag-Morgen Ritual. Ich wachte meist so gegen 6 Uhr (ja, ich kann es mir heute auch kaum noch vorstellen) von alleine auf und marschierte ins Schlafzimmer meiner Eltern, wo ich dann die allseits beliebte Frage stellte: „Darf ich was fernseeeeheeen?“ Und ich bekam darauf die allseits beliebte Antwort meiner Mutter: „Nein!“

Frustriert und wütend ging ich dann wieder runter in mein Zimmer und beschäftigte mich eine Zeit lang mit meinen Spielsachen, bis ich dachte es wäre genug Zeit vergangen (also so ca. 10 Minuten) um einen weiteren Versuch zu starten: „Darf ich jetzt was fernseeeeheeen?“ Und mit der Antwort meiner Mutter war zu rechnen: „Nein!“ Und ab ging´s wieder in mein Zimmer. Ihr könnt euch sicherlich denken, was als nächstes passierte.

Richtig! Klein Nadinchen gab so schnell nicht auf. Aber natürlich lernt man ja aus seinen Fehlern. Ich schlich mich ganz leise ins Elternschlafzimmer auf Papa´s Seite und stupste ihn ganz vorsichtig an. Als er die Augen aufschlug setzte ich mein allerliebstes Lieblingstochter-Lächeln auf: „Papiiiii, darf ich jetzt was fernseeeeheen?“ Und ratet mal wie die Antwort lautete: „Ja okay, dann geh. Aber nur bis zum Frühstück!“ Und schon war klein Nadinchen abgedüst. Ich hörte dann meistens nur noch von weitem wie meine Mutter meinen Vater anmotzte: „Ich hab doch NEIN gesagt!“ Aber das war mir dann meist egal, weil ich ja fernseeeeheeen durfte!!!

Die kleinen wissen schon wie sie ihre Eltern austrixen können. Zum Beispiel habe ich immer ein festes wöchentliches Taschengeld bekommen. Ich glaube es waren damals 10,00 DM (hach, waren das noch Zeiten).
Da es in der Schule immer so leckere Pausensnacks zu kaufen gab und wir auch öfters mal in einer Freistunde zum nahegelegenen Supermarkt gingen, war das Geld meisten schnell weg. Prinzipiell war mir das damals ja noch egal, ich hatte ja keinerlei Ausgaben. Aber samstags fuhr mein Papa immer zum Einkaufen. Die Süßigkeiten, die ich dann gerne gehabt hätte, hätten dann ja eigentlich auch von meinem Taschengeld bezahlt werden müssen. Da ich aber meistens keins mehr hatte, kam von meiner Mutter die Aussage: „Wenn du mit deinem Geld nicht richtig umgehen kannst, musst du damit leben, dass du am Wochenende nichts Süßes mitgebracht bekommst!“ Heut zu Tage eine für mich sehr nachvollziehbare Aussage. Doch damals brach für mich eine Welt zusammen. Ich saß traurig in meinem Zimmer und zwar genau so, dass mein Papa es noch sah bevor er zum Einkaufen fuhr. Tja, den Rest kann man sich wohl denken. Ich sag nur so viel: Ich hatte jedes Wochenende mehr als genug Süßigkeiten!

Fazit: „Das Gras wächst nicht schneller wenn man daran zieht.“

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