[Aus dem Leben-Reihe] Die Chaos-Frau (Oh mein Gott, ich bekomme Besuch)

Welcher Mann träumt nicht davon, die perfekte Frau zu finden. Nun ja, erstens würde ich sagen, dass es niemanden auf dieser Welt gibt, der sich wirklich PERFEKT nennen kann. Und zweitens wäre das doch auch suuuuper langweilig oder nicht?

Es sind doch die kleinen Angewohnheiten oder auch Fehler, die einen Menschen erst richtig liebenswert machen. So lange es nicht ausartet, ist es doch gerade das Salz in der Suppe.

Es gibt allerdings auch den extremeren Typ Frau. Die Frau, die überhaupt nicht nach Regeln lebt und somit das perfekte Chaos darstellt. In diesem Beitrag möchte ich euch dieser Frau einmal näher bringen.

Viel Spaß 🙂

 

PS: Ähnlichkeiten mit der hier schreibenden Personen wenn nur vereinzelt, aber hauptsächlich fiktiv 😉

 

Die Chaos-Frau im Haushalt:

Das Thema Hausarbeit ist ein Graus für die Chaos-Frau. Schon beim Gedanken daran, sträuben sich ihr die Nackenhaare. Da kann es schon mal vorkommen, dass die Fenster nur einmal im Jahr (natürlich einen Tag vor der großen Geburtstagsparty) geputzt werden.

Der Staubsauger wird auch nur benutzt, sobald sich eine Freundin oder gar die Eltern zu Besuch ankündigen. Das ist nicht schlecht, denn der Verbrauch von Staubsaugerbeutel lässt sich somit auf ein Minimum reduzieren (1 Beutel pro Jahr).

Klasse sind auch Terracotta-Fliesen. Hier sieht man den Schmutz so schlecht, dass sich das Thema putzen auch erledigt hat. Natürlich nur bis man mit den Pantoffeln an den Fliesen kleben bleibt.

Die Blumen werden nach und nach durch Plastikpflanzen ersetzt. Denn die Kombination „brauner Daumen“, Faulheit und schöne, grüne Pflanzen lässt sich leider nicht so gut vereinbaren.

Staubwischen…pah… wenn es WIRKLICH nicht mehr anders geht, nimmt man sich einfach Feuchttücher. Die sind sowohl für die Möbel, als auch für´s Bad ultra praktisch. Einen Eimer Wasser zu machen, ist ja auch einfach nur lästig, wenn es doch so viel schneller geht. Vor allem steht der Eimer dann nicht noch über eine Woche im Wohnungsflur herum.

Und wenn sie sich dann mal wirklich fest vornimmt „Heute mache ich mal meine komplette Wohnung sauber“. Ja dann gibt es natürlich auch wieder jeeeede Menge Ablenkung, der Frau widerstehen muss:

Sie kommt nach einem harten Arbeitstag nach Hause und weiß genau „Halt, jetzt muss ich was tun. Morgen bekomme ich Besuch. Oh guck mal, ne Couch!“ Dann ist es schon vorbei.

Sollte sie sich denken „Ach, ich schau nur mal gerade meine Lieblingssendung und fange danach direkt an“, dann kann sogar die Lieblingssendung ausfallen. Auf einmal ist JEDE verdammte Fernsehsendung TOTAL interessant. Selbst, wenn sie sonst gar nicht so viel Fernseh schaut. Plötzlich ist das dicke, hässliche Mädchen bei „Mitten im Leben“, dass überlegt sich zu prostituieren, so was von interessant. Ja, selbst Dokumentationen über Blumenkohl sind super, denn hier lernt man ja wirklich etwas für´s Leben.

Nehmen wir mal an, sie schafft es dann wirklich mal, ihren Hintern hoch zu bewegen. Ja dann wird erst mal eine umfassende To-Do-Liste erstellt:

  • Staubsaugen
  • Putzen
  • Fenster putzen
  • Bad säubern
  • Toilette reinigen
  • Müll raus bringen
  • Kühlschrank auswischen
  • Gefrierfach aussortieren
  • Abstellkammer ausmisten
  • Küchenschränke abwaschen
  • Wohnzimmermöbel umstellen
  • Flur streichen
  • Schlafzimmer tapezieren
  • Haus verputzen

 

…ja, sie ist sehr realistisch und erkennt, was man sich an einem Freitag Nachmittag alles noch so vornehmen kann. Nun sind schon mindestens 2 Stunden vergangen. Sie weiß jetzt wie man Blumenkohl am besten wäscht und hat eine 2 Seiten lange To-Do Liste vorliegen. Mittlerweile geht es auf die 19:00 Uhr zu. Aber anfangen kann man ja schon mal. Am besten natürlich mit der Abstellkammer, denn die ist ja das Wichtigste, wenn morgen Besuch kommt. Außerdem wollte sie das ja schon soooo lange machen. Und los geht´s: Erst mal alles, was sich in den Tiefen der Abstellkammer befindet komplett in den Flur räumen (die kompletten Kindheitserinnerungen, alte Elektrogeräte, Kartons von Elektrogeräten, Auto-Zubehör, der verschollene Ex-Freund und jede Menge unabgehefteten Papierkram in Schuhkartons).

Hat sie dies geschafft, steht sie vor einem Chaosberg. Wo fängt man jetzt an? Der Ex-Freund hat schon die Beine in die Hand genommen und ist zur Tür raus – ein Problem weniger. To-Do Liste = abhaken!

Aber da sind ja noch die eben bereits erwähnten Kindheitserinnerungen. Sie hatte sich doch vor Jahren mal eine Kiste mit Fotos und Briefen und dem ganzen anderen Kram gemacht. Der muss natürlich erst mal komplett durchgestöbert werden. Denn hach…. was ist das schön, sich an die alten Zeiten zu erinnern, als das Leben noch nicht so kompliziert war und Hausarbeit nur etwas, dass Mama erledigte.

Hausarbeit….HAUSARBEIT!!! Da war doch was.

Vor lauter Schock schaut sie auf die Uhr und stellt mit Erschrecken fest, dass mittlerweile 4 (!) Stunden vergangen sind. Und sie hat auch noch nichts gegessen und war auch noch nicht duschen.

Was macht sie jetzt nur mit diesem Chaos. Also wird einfach alles wieder in den Abstellraum reingeschmissen und somit sieht dieser noch schlimmer aus, als vorher. Aber hey, der Flur ist wieder frei.

Also Flur aufräumen = Check!

Da sie jetzt zu müde ist, um den ganzen anderen Rest zu machen, legt sie sich erst mal auf die Couch und beschließt den Rest morgen früh schnell zu erledigen. Sie stellt sich einfach den Wecker auf 8:00 Uhr. Das wird reichen, denn der Besuch kommt ja erst um 13:00 Uhr.

 

Als sie am nächsten Morgen die Augen aufschlägt, ist es bereits 11:30 Uhr und sie hat im Halbschlaf den Wecker 4x auf Schlummern gestellt, bis dieser beschlossen hat, es ganz aufzugeben.

Jetzt beginnt die Panik!

Genauigkeit ist jetzt nicht mehr gefragt. Schnell mit den Feuchttüchern über alle Ablagen wischen, durch alle Räume saugen. Putzen ist überbewertet (ein Hoch auf die Terracotta-Fliesen). Einmal mit der Klobürste durch die Toilette des Gäste-WC´s.
In ihr eigenes Bad geht ja eh keiner, also kann man dort einfach die Sachen reinschmeißen, für die man gerade auf Anhieb keinen geeigneten Platz findet.

Noch den Küchentisch abwischen, die dreckigen Töpfe und Teller (mittlerweile natürlich total verkrustet) in die Spülmaschine räumen und schon sieht alles ganz ordentlich aus. Jedenfalls auf den ersten Blick, aber das reicht ihr ja.

Das Streichen und verputzen des Hauses verschiebt sie dann doch lieber auf ein Andermal.

Oh man, die Abstellkammer hätte es ja auch dringend noch mal nötig.

 

Fortsetzung folgt….. 

 

Beim nächsten Mal gibt es dann die Folge „Ein Date mit der Chaos-Frau“…

Ich hoffe, ihr freut euch schon. Ich freue mich auf jeden Fall 😉

5 Gedanken zu „[Aus dem Leben-Reihe] Die Chaos-Frau (Oh mein Gott, ich bekomme Besuch)

  1. Kommt mir bekannt vor 🙂 Prima ist auch das alles in Schränke gestopft wird, dann sieht alles gleich viel ordentlicher aus (solange man keinen der Schränke wieder aufmacht). Und ich laufe immer mit einer Flasche Glasreiniger in der Gegend rum, dass ist meine Allzweckwaffe für alles, nicht nur Glas 😀

  2. Hallo Nadine 😀

    Das ist fast schon peinlich, das zuzugeben, aber das bin original ich. Auch, wenn es eigentlich traurig ist, musste ich so lachen, dass du das so 100%ig treffend geschrieben hast. Heute bin ich zwar tatsächlich früh aufgestanden, um das Bad zu putzen (und ich hab auch schon angefangen!), aber das schiebe ich jetzt auch schon wieder lange vor mir her. Dabei sieht’s danach immer so schön aus 😀

    Sehr witzig geschrieben, auch wenn’s wie gesagt eigentlich nicht zum Lachen ist, wenn man selbst der größte Chaot ist 😀 Aber man muss auch über sich selbst lachen können, richtig? ;D

    Liebe Grüße,
    Lisa

    1. Hallo Lisa,
      Ich sehe das ganz genauso. Viele Dinge gehen mir leider auch oft so. Das ein oder andere ist eher aus meiner Vergangenheit, aber ab und zu fällt man dann doch in alte Muster zurück 🙈😁
      Ich denke das es gut ist, wenn man das ganze erkennt und mit einer gesunden Priese Humor betrachtet. Ich werde auch niemals die „perfekte Hausfrau“ werden… Aber wenn ich mal groß bin, hole ich mir einfach ne Putzfrau 😂 Ich finde es auf jeden Fall beruhigend, dass es scheinbar nicht nur mir so geht 😊
      Ganz liebe Grüße
      Nadine

  3. hahaha, das kommt mir leider irgendwie bekannt vor x’D
    Das eigentlich Schlimme daran ist, dass ich hin und wieder sogar gerne Chaos-Frau. (Eigentlich immer dann, wenn mein Schreibtisch aussieht wie Sau und ich trotzdem alles finde, was ich brauche.)
    Vielleicht hilft mir dieser kleiner Artikel als erster Schritt zur Besserung (die ich in diesem Jahr natürlich zum x-ten Mal anstrebe) 😉

    Liebe Grüße

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